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Rotes, grünes und weißes Kratom: Was steckt wirklich hinter den Farben?

BlogBesuchBy BlogBesuchSeptember 21, 2026No Comments8 Mins Read
Rotes, grünes und weißes Kratom: Was steckt wirklich hinter den Farben?
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  • Red, Green und White sind keine verschiedenen Kratom-Arten
  • Warum ist frisches Kratom zunächst grün?
  • Grünes Kratom: Wenn möglichst viel Blattgrün erhalten bleibt
  • Rotes Kratom: Wie aus grünem Blattmaterial ein rötlich-braunes Pulver werden kann
  • Welche Rolle spielen Welken und Nachernteverarbeitung?
  • Und wie entsteht weißes Kratom?
  • Ist Fermentation für rotes Kratom verantwortlich?
  • Vom Blatt zum Pulver: So entsteht die sichtbare Farbe
  • Welche Faktoren beeinflussen die Farbe besonders stark?
  • Die Pulverfarbe sagt nicht automatisch etwas über die Pflanze aus
  • Warum können zwei grüne Kratom-Pulver trotzdem unterschiedlich aussehen?
  • Fazit: Die Kratom-Farbe entsteht vor allem nach der Ernte
  • Quellen und weiterführende Literatur

Wer verschiedene Kratom-Produkte betrachtet, stößt schnell auf Bezeichnungen wie Red, Green oder White. Auf den ersten Blick könnte man vermuten, dass dahinter unterschiedliche Pflanzenarten stehen oder dass die Blätter bereits in kräftigem Rot, Grün oder Weiß am Baum wachsen. Tatsächlich ist die Entstehung der verschiedenen Farbtöne deutlich komplexer. Neben natürlichen Unterschieden des Pflanzenmaterials spielt vor allem die Verarbeitung nach der Ernte eine wichtige Rolle.

Alle klassischen Farbvarianten stammen von derselben Pflanzenart: Mitragyna speciosa, einem immergrünen Baum aus Südostasien. Frische Kratomblätter sind grundsätzlich grün. Die später sichtbare Farbe des getrockneten und gemahlenen Pflanzenmaterials entsteht erst durch das Zusammenspiel verschiedener Faktoren wie Blattmaterial, Welken, Trocknungstemperatur, Luftfeuchtigkeit, Dauer der Verarbeitung und teilweise weitere Nachernteprozesse.

Red, Green und White sind keine verschiedenen Kratom-Arten

Eine der wichtigsten Unterscheidungen betrifft zunächst die botanische Einordnung. Rotes, grünes und weißes Kratom sind keine eigenständigen Pflanzenarten. Botanisch handelt es sich jeweils um Mitragyna speciosa.

Auch die häufig verwendeten Begriffe „Red Vein“, „Green Vein“ und „White Vein“ sind nicht mit botanischen Sorten im klassischen Sinne gleichzusetzen. Zwar können sich Blattadern, Blattstiele und andere Merkmale des Pflanzenmaterials optisch unterscheiden, doch die Bezeichnung eines fertigen Kratom-Pulvers lässt sich nicht zuverlässig allein auf die ursprüngliche Aderfarbe des Blattes zurückführen.

Neuere Untersuchungen zeigen vielmehr, dass die Bedingungen nach der Ernte einen erheblichen Einfluss darauf haben können, welche Farbe das spätere Pulver besitzt. Selbst Blätter aus demselben Ausgangsmaterial können nach unterschiedlichen Trocknungsprozessen sichtbar verschiedene Farbtöne entwickeln.

Warum ist frisches Kratom zunächst grün?

Die typische grüne Farbe frischer Blätter entsteht hauptsächlich durch Chlorophyll. Dieser Pflanzenfarbstoff befindet sich in den Zellen der Blätter und ermöglicht die Photosynthese. Solange das Blatt frisch und intakt ist, dominiert deshalb ein grüner Farbton.

Nach der Ernte verändern sich jedoch die Bedingungen innerhalb des Pflanzengewebes. Das Blatt verliert Wasser, Zellstrukturen verändern sich und verschiedene natürliche Abbau- und Umwandlungsprozesse beginnen. Dabei verändert sich auch das Chlorophyll.

Wie schnell diese Prozesse ablaufen, hängt unter anderem von folgenden Faktoren ab:

  • Temperatur während der Trocknung
  • Dauer der Trocknung
  • Luftfeuchtigkeit
  • Luftzirkulation
  • Lichteinwirkung
  • Dauer des Welkens vor der eigentlichen Trocknung
  • Beschaffenheit und Reife des geernteten Pflanzenmaterials

Damit beginnt die eigentliche Entstehung der unterschiedlichen Farbtöne bereits unmittelbar nach der Ernte.

Grünes Kratom: Wenn möglichst viel Blattgrün erhalten bleibt

Grünliches Kratom-Pulver entsteht, wenn das Pflanzenmaterial während der Verarbeitung einen vergleichsweise großen Teil seiner grünen Blattpigmente behält. Besonders die Bedingungen während des Welkens und Trocknens haben darauf Einfluss.

Eine wissenschaftliche Untersuchung zur Nachernteverarbeitung von Mitragyna speciosa zeigte beispielsweise, dass bei niedrigen Trocknungstemperaturen deutlich grünere Pulver entstanden. Blätter, die bei etwa 25 °C getrocknet wurden, behielten einen ausgeprägteren grünen Farbton als vergleichbares Pflanzenmaterial, das höheren Temperaturen ausgesetzt war.

Das bedeutet nicht, dass jedes als „Green“ bezeichnete Produkt nach exakt demselben Verfahren hergestellt wird. Einen international festgelegten Green-Kratom-Prozess gibt es nicht. Der grüne Farbton lässt sich jedoch grundsätzlich dadurch erklären, dass während der Verarbeitung mehr des ursprünglichen grünen Erscheinungsbildes des Blattes erhalten bleibt.

Rotes Kratom: Wie aus grünem Blattmaterial ein rötlich-braunes Pulver werden kann

Besonders interessant ist die Entstehung rötlicher Kratom-Pulver. Denn dafür müssen die Blätter keineswegs bereits dunkelrot am Baum wachsen.

Kontrollierte Versuche haben gezeigt, dass die Trocknungstemperatur die spätere Farbe erheblich beeinflussen kann. Während bei niedriger Temperatur getrocknete Blätter ein deutlich grüneres Pulver ergaben, entwickelte dasselbe Ausgangsmaterial bei höheren Trocknungstemperaturen einen stärker rötlich-braunen Farbton.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Veränderung pflanzlicher Pigmente. Chlorophyll ist kein unbegrenzt stabiler Farbstoff. Wärme und andere Umweltbedingungen können Prozesse fördern, durch die das intensive Grün des frischen Blattes zunehmend verloren geht. Gleichzeitig werden andere Farbtöne des Pflanzenmaterials optisch stärker sichtbar.

Das Ergebnis ist häufig kein leuchtendes Rot, sondern eher ein Spektrum aus:

  • olivgrünen,
  • braungrünen,
  • rotbraunen
  • bis dunkelbraunen Farbtönen.

Die Bezeichnung „Red“ beschreibt daher häufig eine Farbgruppe beziehungsweise eine handelsübliche Kategorie und nicht die wortwörtliche Farbe eines kräftig roten Pulvers.

Welche Rolle spielen Welken und Nachernteverarbeitung?

Zwischen Ernte und vollständiger Trocknung kann das Blatt zunächst welken. Dabei verliert es einen Teil seiner Feuchtigkeit und innerhalb des Pflanzenmaterials laufen weiterhin biochemische Prozesse ab.

Wie lange dieses Welken dauert, kann ebenfalls Einfluss auf das Endprodukt haben. Untersuchungen zur Nachernteverarbeitung von Kratom zeigen, dass die Kombination aus Welkdauer und Trocknungstemperatur sowohl die optischen Eigenschaften als auch die chemische Zusammensetzung des Pflanzenmaterials beeinflussen kann.

Interessanterweise ist der Zusammenhang nicht immer so einfach wie „länger verarbeitet bedeutet dunkler“. In kontrollierten Versuchen konnten längere Welkzeiten unter bestimmten Bedingungen sogar dazu beitragen, mehr Grün im späteren Pulver zu erhalten. Entscheidend ist deshalb das Zusammenspiel mehrerer Prozessparameter.

Genau das macht die Farbbildung von Kratom komplex: Es gibt nicht nur einen einzelnen Schritt, der aus einem grünen Blatt automatisch rotes oder grünes Pulver macht.

Und wie entsteht weißes Kratom?

Bei „White“ ist die Einordnung noch schwieriger. Weißes Kratom ist normalerweise nicht tatsächlich weiß. Je nach Ausgangsmaterial und Verarbeitung bewegt sich die sichtbare Farbe vielmehr zwischen hellem Grün, gedämpftem Grün, Beigegrün und anderen vergleichsweise hellen Pflanzentönen.

Für einen allgemein gültigen Herstellungsprozess von White Kratom gibt es bislang keine wissenschaftlich etablierte Definition. Anders als bei der gut messbaren Veränderung von grünem zu rötlich-braunem Pulver durch unterschiedliche Trocknungstemperaturen lässt sich „White“ deshalb nicht auf einen einzigen Verarbeitungsschritt reduzieren.

Die Bezeichnung kann je nach Hersteller unter anderem mit der Auswahl des Pflanzenmaterials und einer bestimmten Art der Aufbereitung verbunden sein. Welche Kriterien dafür verwendet werden, kann sich jedoch zwischen Produzenten unterscheiden.

Gerade bei White zeigt sich deshalb besonders deutlich: Die Farbbezeichnungen sind handelsübliche Kategorien und keine international standardisierten botanischen Klassifikationen.

Ist Fermentation für rotes Kratom verantwortlich?

Im Zusammenhang mit dunkleren Kratom-Farben wird häufig von Fermentation gesprochen. Tatsächlich können bei der traditionellen Verarbeitung pflanzlicher Rohstoffe nach der Ernte unterschiedliche oxidative und mikrobielle Prozesse auftreten. Auch für Kratom werden verschiedene Verfahren beschrieben, bei denen Pflanzenmaterial vor der endgültigen Trocknung für eine bestimmte Zeit gelagert oder weiterbehandelt wird.

Allerdings sollte nicht jedes rote Kratom automatisch als fermentiertes Kratom bezeichnet werden. Bereits die Trocknung selbst kann eine deutliche Farbveränderung verursachen. Wissenschaftliche Versuche zeigen, dass höhere Trocknungstemperaturen allein ausreichen können, um aus ursprünglich gleichem Blattmaterial ein wesentlich rötlicheres beziehungsweise brauneres Pulver entstehen zu lassen.

Fermentation kann somit Teil bestimmter Herstellungsweisen sein, ist aber keine notwendige Voraussetzung dafür, dass getrocknetes Kratom einen rötlichen Farbton entwickelt.

Vom Blatt zum Pulver: So entsteht die sichtbare Farbe

Vereinfacht lässt sich der Herstellungsprozess in mehrere Schritte unterteilen:

  1. Ernte: Frische Blätter von Mitragyna speciosa werden vom Baum geerntet.
  2. Sortierung: Beschädigtes oder ungeeignetes Pflanzenmaterial kann aussortiert werden.
  3. Welken: Je nach Verfahren verliert das Blatt bereits vor der eigentlichen Trocknung einen Teil seiner Feuchtigkeit.
  4. Trocknung: Temperatur, Dauer, Luftfeuchtigkeit und Luftbewegung beeinflussen, wie stark sich das Pflanzenmaterial verändert.
  5. Weitere Nachernteprozesse: Je nach Produktionsverfahren können zusätzliche Lagerungs-, Oxidations- oder Fermentationsschritte erfolgen.
  6. Mahlung: Die vollständig getrockneten Blätter werden zu einem feinen Pflanzenpulver verarbeitet.
  7. Endfarbe: Erst das gemahlene Material zeigt den Farbton besonders gleichmäßig, nach dem Produkte häufig als Red, Green oder White eingeordnet werden.

Welche Faktoren beeinflussen die Farbe besonders stark?

FaktorMöglicher Einfluss auf das Pflanzenmaterial
TrocknungstemperaturKann erheblich beeinflussen, wie stark der grüne Farbton erhalten bleibt oder in rötlich-braune Töne übergeht.
TrocknungsdauerBestimmt gemeinsam mit Temperatur und Luftfeuchtigkeit, wie lange Veränderungen im Blatt stattfinden können.
WelkdauerBeeinflusst Wasserverlust und verschiedene Prozesse im Pflanzengewebe vor der Trocknung.
LichtKann empfindliche Pflanzenpigmente während der Verarbeitung beeinflussen.
LuftfeuchtigkeitBeeinflusst die Geschwindigkeit des Trocknungsprozesses.
AusgangsmaterialAlter, Herkunft, Jahreszeit und natürliche Eigenschaften der Blätter können Unterschiede verursachen.
NachernteverarbeitungZusätzliche Verarbeitungs- oder Lagerungsschritte können Farbe und Beschaffenheit weiter verändern.

Die Pulverfarbe sagt nicht automatisch etwas über die Pflanze aus

Ein besonders wichtiger Punkt ist die Unterscheidung zwischen der Farbe des frischen Blattes und der Farbe des späteren Pulvers. Ein rötlich-braunes Pulver muss nicht zwangsläufig aus einem Blatt mit einer roten Blattader entstanden sein. Umgekehrt kann Pflanzenmaterial mit unterschiedlichen natürlichen Merkmalen nach einer ähnlichen Verarbeitung optisch sehr ähnliche Pulver ergeben.

Eine 2025 veröffentlichte Untersuchung demonstrierte diesen Effekt direkt: Kratomblätter aus demselben Ausgangsmaterial entwickelten je nach Trocknungsbedingungen unterschiedliche Farben. Bei niedriger Temperatur blieb das Pulver stärker grün, während höhere Temperaturen deutlich rötlich-braunere Farbtöne erzeugten.

Die Farbe ist daher vor allem ein sichtbares Ergebnis der Kombination aus Pflanzenmaterial und Nachernteverarbeitung. Sie sollte nicht als eindeutiger botanischer Fingerabdruck verstanden werden.

Warum können zwei grüne Kratom-Pulver trotzdem unterschiedlich aussehen?

Auch innerhalb derselben Farbkategorie gibt es erhebliche Abstufungen. Ein grünes Pulver kann leuchtend grün, olivgrün, gelbgrün oder dunkelgrün erscheinen. Bei roten Varianten reicht das Spektrum häufig von Grünbraun bis zu deutlich dunkleren Rot- und Brauntönen.

Das ist bei natürlichem Pflanzenmaterial grundsätzlich nicht ungewöhnlich. Pflanzen entwickeln sich nicht unter vollständig identischen Bedingungen. Standort, Jahreszeit, Blattalter und Erntezeitpunkt können bereits vor der Verarbeitung Unterschiede verursachen. Anschließend kommen die jeweiligen Trocknungs- und Verarbeitungsbedingungen hinzu.

Deshalb besitzen die Begriffe Red, Green und White keine exakt definierte Farbskala. Zwei Produkte können derselben Kategorie zugeordnet werden und trotzdem sichtbar unterschiedlich aussehen.

Fazit: Die Kratom-Farbe entsteht vor allem nach der Ernte

Rotes, grünes und weißes Kratom stammt nicht von drei verschiedenen Pflanzenarten. Grundlage ist jeweils Mitragyna speciosa. Die später sichtbaren Unterschiede entstehen durch eine Kombination aus natürlichem Pflanzenmaterial und der Verarbeitung nach der Ernte.

Besonders die Trocknung spielt dabei eine wichtige Rolle. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass niedrigere Trocknungstemperaturen einen grüneren Farbton erhalten können, während höhere Temperaturen dasselbe Pflanzenmaterial deutlich rötlich-brauner erscheinen lassen. Welkdauer, Feuchtigkeit, Licht, Luftzirkulation und weitere Verarbeitungsschritte können das Ergebnis zusätzlich beeinflussen.

Die bekannten Begriffe Red, Green und White sind deshalb am besten als traditionelle beziehungsweise handelsübliche Kategorien zu verstehen. Sie beschreiben sichtbare und verarbeitungsbezogene Unterschiede, stellen aber keine streng definierten botanischen Sorten von Mitragyna speciosa dar.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Zhang et al. (2025): Alkaloid biosynthesis in medicinal crop kratom (Mitragyna speciosa) varies with postharvest, genetic, and seasonal factors, Frontiers in Plant Science.
  • Chear et al. / Forschungsarbeiten zu saisonalen und geografischen Unterschieden von Mitragyna speciosa in Thailand.
  • Fachliteratur zur Chlorophyll-Degradation und zur Veränderung pflanzlicher Pigmente während Alterung, Trocknung und Wärmebehandlung.

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